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[Jugendleitermail 289] Brennen ohne auszubrennen

Hi!

Wie machst du das so im Alltag? Wie kommst du zur Ruhe, Stille. Wie tankst du wieder auf?
Heute und in der übernächsten JLM soll es darum gehen, wie wir brennen können – ohne dabei auszubrennen.
Ich wünsche dir Gottes reichen Segen – und dass du heute bei ihm wirklich zum inneren Frieden und Ruhe kommen kannst.
Machs gut!
Stephan

1. Ein Wort zum Nachdenken

Und als Jesus das Volk hatte gehen lassen, stieg er allein auf einen Berg, um zu beten. Und am Abend war er dort allein.
Matthäus 14,23

2. Brennen ohne auszubrennen (Teil 1)

Wie kann ich im Dienst für Gott brennen – ohne selbst dabei auszubrennen?
Wie kann ich mit ganzem Herzen für die Menschen da sein, die mir anvertraut sind – ohne selbst dabei Schiffbruch zu erleiden? Wie kann ich Kinder, Jugendliche geistlich fördern – ohne den anderen etwas vorzuspielen?

Mir sind dazu einige Gedanken wichtig geworden:

1. Mein inneres Leben ist wichtiger als meine Arbeit für Gott
Schon vor längerer Zeit hab ich das Buch: „Entdeckungen in der Einsamkeit“ von Peter Strauch gelesen. Und mir wurde dadurch klar: Es bringt nichts immer zu powern und dabei um Anerkennung zu ringen. Wenn ich immer weiter mache, dann werde ich irgendwann ausbrennen. Ich muss lernen, von Gott her zu denken. Ich muss lernen, dass mein inneres Leben, meine Beziehung zu Gott wichtiger ist, als mein Dienst.

Einer der letzten Sätze in dem Buch – ich habe ihn rot unterstrichen – lautet: „Wir werden als Christen in der Öffentlichkeit nie mehr sein, als wir im Verborgenen sind“. (2x)

Das heißt: Nur wenn du nach innen hin stark und gefestigt bist, kannst du nach außen hin stark sein.

Seitdem habe ich mir folgende Prioritätenliste gemacht:
Nr 1 Mein persönliches Leben mit Gott
Nr 2 Die Beziehung zu meiner Familie (Freunde)
Nr 3 Der Dienst für Gott und für Menschen in dieser Welt

Diese Prioritätenliste versuche ich wirklich einzuhalten – aber es ist ein Kampf:
Ein Kampf gegen meine eigene Ehrsucht
Ein Kampf gegen Menschen, die andere Prioritäten gesetzt haben – sie aber von mir unbewusst verlangen (oder aber ich denke, dass sie sie von mir verlangen)
Ein Kampf, der nicht nur mit Menschen – sondern mit Mächten geführt wird.

Gordon Mac Donald schreibt in seinem Buch „Ordne dein Leben“:
„Unser innerer Garten ist ein zarter und empfindlicher Platz, und wenn er nicht gut gepflegt ist, wird er bald von Unkraut überwuchert werden. Gott wandelt nicht oft in unordentlichen Gärten. Wenn wir unseren inneren Garten vernachlässigen, empfinden wir dort oft eine große Leere. […] Wir sind geistliche Gärtner, wenn wir Ordnung in den geistlichen Teil unseres Innenlebens bringen. Wir kultivieren vorsichtig unsere geistliche Erde. Ein Gärtner gräbt die Erde um, entfernt das Unkraut, plant, wie er die Erde neu bepflanzen kann, sät, bewässert und ernährt den Boden und freut sich an der daraus resultierenden Ernte. Viele nennen diesen Vorgang geistliche Disziplin“

In den folgenden Punkten möchte ich ein paar praktische Ideen weitergeben, wie wir unseren inneren Garten bestellen und in Ordnung halten können.

2. Rückzug in Einsamkeit und Stille
Einsamkeit und Stille. Rückzug aus der Alltagswelt. Hektik und Stress hinter sich lassen. Mit sich selbst und Gott allein sein – hier ist die Umgebung, in der wir unseren inneren Garten bestellen können.
Viele Menschen in der Bibel und in den Jahrhunderten der Christenheit haben diese Zeiten der Ruhe und des Alleinseins genutzt, um Gott zu begegnen – um ihrem geliebten Herrn nahe zu kommen.

Jesus hat sich vor seinem Dienst 40 Tage in die Wüste zurückgezogen – um zu beten
Und auch zwischendurch hat er sich immer mal wieder eine Nacht zurückgezogen, um mit seinem Vater zu reden.
Mose war sogar 40 Jahre in der Wüste – in diesen Jahren wurde er auf seinen Dienst als Leiter des Volkes Israel vorbereitet
Johannes war mehrere Jahre in der Verbannung auf Patmos – und dort begegnete ihm der auferstandene Jesus und er hatte die Vision, die er in der Offb aufgeschrieben hat.

Diese Wüstenzeiten und die Zeiten der Einsamkeit waren oft die Zeiten, in denen etwas in ihnen herangereift ist. Wenn du dir wünschst, dass deine persönliche Beziehung zu Gott intensiver wird – wenn du dir wünschst, dass du aus einem inneren Reichtum schöpfen kannst – um Jugendlichen und Kindern etwas weiter zu geben – dann brauchst du Stille und Einsamkeit.

Aber wie können wir das in unsrer lauten, hektischen und betriebsamen Welt leben? Wie können wir zur Ruhe kommen? Wie können wir in der Stille Gott begegnen?
Einige Anregungen:

Nimm dir einen Samstag oder einen Sonntag, den du dick im Terminkalendern markierst.
An diesem Tag lässt du das Handy zuhause – auch den Laptop oder anderen Dinge, die dich an deine Arbeit oder deinen Dienst in der Gemeinde erinnern.
Dann geh an einen ruhigen Ort. Das kann das Büro eines guten Freundes sein. Oder ein Wald, ein Park oder ein Café, in das nicht ständig Leute kommen, die du kennst.
Nimm die Bibel mit – evtl ein gutes Buch (z. B. von MacDonald) und nimm dir Zeit zu lesen und zu beten.

Geh spazieren und rede dabei mit Gott. Rede offen, ehrlich, über dein eigenes Leben, über die Menschen, die dir Not machen, über die Menschen, die du liebst.

Bei der Suche um Stille ist besonders wichtig: Es geht nicht um Leistung (wie viel habe ich gelesen, was hat mir der Tag gebracht etc.) sondern es geht um die Begegnung mit meinem geliebten Vater.

Einsamkeit und Stille vor Gott sind Schlüsselbegriffe, wenn wir unseren inneren Garten in Ordnung bringen wollen.

[Fortsetzung folgt in der übernächsten JLM – Nr 291]

3. Ein Tipp für die Praxis

Andachtsbuch als App
Es gibt ein Andachtsbuch für Teens „Du – angedacht von A-Z“, bei dem ich auch mitschreiben durfte :-) Inzwischen gibt’s das Buch als App. Die App kostet 6,99 Euro. Enthalten sind die 65 Andachten mit Bibelversangabe, Zielgedanke und passenden Liedvorschlägen aus Feiert Jesus! 3 und 4.
Erhältlich ist die App über den App-Store – für iPhone, iPad und iPod touch.
In Buchform unter www.bornverlag.de

4. Echt witzig

Zwei Pfarrer unterhalten sich über die Kollekte. Der erste meint: „Ich nehme mir immer die Scheine raus, das Kleingeld bekommt der Herr.“ Sagt der zweite: „Also ich mache das anders, ich nehme die ganze Kollekte, werfe sie hoch und sage: ‚Nimm, Herr, was Du brauchst.‘ Und was wieder herunterfällt, gehört mir.“


Suchst du eine Andacht – brauchst du Input für dich selbst?
Unter http://www.jugendleiternetz.de findest du alle bisherigen Jugendleitermails – Du kannst auch nach Stichworten suchen mit unserer Suchfunktion.
Viel Spaß beim Stöbern!
Stephan Münch – EC-Bayern

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