Fake Famous: Der schnelle Weg zum Influencer-Ruhm

Dieser Artikel wurde zuerst von unseren Freunden bei axis.org in den USA veröffentlicht, die Eltern dabei unterstützen bessere Beziehungen zu ihren Teenagern zu bauen. Deutsche Version von Daniel Oesterle und Andy Fronius.

Fake Famous ist eine HBO-Doku darüber, was es braucht, um ein Influencer zu werden – und wie viel Arbeit (oder auch Täuschung) in das Bild eines perfekten Lebens fließt, das viele Influencer präsentieren. Nach einem offenen Vorsprechen für Leute, »die einfach berühmt sein wollen«, bilden Regisseur Nick Bilton und sein Team 3 Schützlinge in einem sozialen Experiment aus. Nach dem Motto »Fake it till you make it« kaufen sie Follower und arrangieren Fotoshootings für Dominique, Chris, und Wylie. Mit viel gefaktem Glamour will das Team echte Menschen und Firmen dazu bringen, die drei wie echte Influencer zu behandeln.

Und funktioniert es?

Oh ja! Bilton sagt: »Fake-Fotos werden zu einer Währung, die man einsetzen kann um kostenlos an echte Erlebnisse, Produkte und Werbe-Deals zu kommen.« Also organisiert das Team ein Fotoshooting mit einem Planschbecken in irgendeinem Garten und verlinkt als Ort das luxuriöse Voda Spa in Hollywood; sie buchen ein Fotostudio mit Privatjet-Kulisse und die Villa von jemand anderem; sie benutzen einen Klositz und ein Bild von einem exotischen Küstenstreifen, um es so aussehen zu lassen, als wäre es der Blick aus einem Flugzeugfenster in der ersten Klasse. Und auch wenn Chris und Wylie irgendwann kalte Füße bekommen, zieht Dominique es bis zum Ende durch und bekommt unzählige Produktgeschenke von Firmen, die einfach wollen, dass sie etwas über sie postet. Sie bekommt sogar einen kostenlosen All-Inclusive-Urlaub.

Und wie lange geht das gut?

Leider wurde der Urlaub wegen Corona abgesagt. Und schließlich, nachdem sie, gesehen hat, wie »Influencerinnen Bikinibilder von sich posten, währen in Italien Opernsänger auf Balkonen statt auf der Bühne singen«, kommt Dominique zu der Überzeugung, dass die Influencer-Branche größtenteils eitel und nichtssagend ist. »Schafft ihr es nicht, euch auch mal für Dinge zu interessieren, die nicht ihr selber oder euer Körper am Strand sind?«, fragt sie. Sie beschließt, Prominente zu unterstützen, die ihren Ruhm nutzen, um anderen Hoffnung und Ermutigung zu bringen. Und die abschließende Botschaft der Show ist nicht so sehr eine Kritik am Ruhm als solchem, sondern eine Kritik der Selbstbezogenheit.

Beziehungsfragen: Frag deine Teens, ob sie gerne Influencer werden würden und warum. Vielleicht möchtest du auch die folgenden Fragen stellen:

  • Wie würden deine Freunde reagieren, wenn du anfängst, dir Follower, Likes und Kommentare zu kaufen? (In der Doku wird geschätzt, dass 60 % der Follower von großen Accounts Bots sind.)
  • Glaubst du, dass es eine große Gefahr für Influencer ist, dass sich ihr Leben nur noch um sie selbst dreht?
  • Wie könnte man diese Art von Einfluss für etwas Gutes nutzen (statt nur für einen luxuriösen Lebensstil)?


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Foto von Lucas Davies auf Unsplash

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