Das Omikron-Gespenst geht um: Wie soll man die Jugendarbeit jetzt planen?

Das Omikron-Gespenst geht um: Wie soll man die Jugendarbeit jetzt planen?

Wie können Jugendleiter:innen auf die anhaltende Unsicherheit im Zusammenhang mit neuen Covid-Varianten und Einschränkungen reagieren? Was wird Omikron für Jugendliche bedeuten?

von Martin Saunders

Inhaltsverzeichnis

Neue Covid-Varianten tauchen so ungefragt auf, wie Ice Age-Sequels. Wir alle hatten gehofft, und uns wahrscheinlich auch vorgestellt, dass das gefürchtete Virus inzwischen endlich auf seiner Abschiedstour wäre und wir in Frieden Weihnachten feiern und uns auf das neue Jahr 2022 freuen könnten. Das Auftauchen der Omikron-Variante ist jedoch nur ein Grund für die vorherrschende Besorgnis über das Andauern der Pandemie. Wie besorgt sollten wir als Jugendleiter:innen sein, nachdem wir fast zwei Jahre lang mit Umstellungen und Einschränkungen zu kämpfen hatten, und wie können wir für das kommende Jahr planen? Hier ein paar Gedanken dazu:

Beruhigt euch, es ist nur ein griechischer Buchstabe

Zugegeben, es klingt irgendwie nach einem intergalaktischen Kriegsfürsten, der gekommen ist, um die Avengers zu bekämpfen, aber eigentlich wissen wir noch nicht besonders viel über die Omikron-Variante. Journalisten und Social-Media-Influencer waren nicht gerade besonders hilfreich, als sie über die möglichen Eigenschaften dieser neuen Variante spekulierten. Dies führte zu der Befürchtung, dass sie tödlicher und ansteckender sein und darüber hinaus den Impfstoff nutzlos machen könnte. Tatsächlich ist über diese Variante noch nicht einmal annähernd genug bekannt, um auch nur eine dieser Behauptungen zu untermauern. Alle großen Impfstoffhersteller arbeiten bereits daran, ihre Impfstoffe so zu modifizieren, dass sie der Mutation des Virus entgegenwirken, und selbst wenn die Wirksamkeit der bereits verabreichten Impfstoffe leicht abnimmt, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sie gar keine Wirkung mehr zeigen. Einfach gesagt: Omikron ist zwar besorgniserregend, aber im Moment sieht es mehr nach medialer Panik aus als nach einem fürchterlichen neuen Ausbruch

Immunität bei Jugendlichen nimmt zu

Wir wissen, dass mehr Jugendliche als je zuvor einen gewissen Grad an Immunität besitzen, entweder weil sie geimpft sind (mehr als eine Million der 12- bis 15-Jährigen in Großbritannien wurden bereits gepiekst) oder weil sie das Virus erst kürzlich hatten. Einschränkungen sind nach wie vor wichtig, aber es ist unwahrscheinlich, dass sich Covid weiterhin wie ein Lauffeuer in den Schulen ausbreitet, so wie es zu Beginn dieses Jahres der Fall zu sein schien. Das sollte uns Grund zur Hoffnung geben.

Jugendliche brauchen beständige Orte, an denen sie sich zugehörig fühlen

Während sie die Turbulenzen und Tragödien der letzten 21 Monate verarbeiten, brauchen Jugendliche – vielleicht mehr denn je – sichere Orte in ihrem Leben, an denen sie sich entspannen, sie selbst sein können und sich geliebt, unterstützt und gehört fühlen. Es wäre ideal, wenn ihr Zuhause dies ermöglichen würde, doch leider ist das bei vielen Jugendlichen einfach nicht der Fall. Kirchengemeinden und Jugendgruppen sind wahrscheinlich am ehesten in der Lage, Teenagern einen Ort der Stabilität und Zugehörigkeit zu bieten. Neben Jüngerschaft (siehe nächster Punkt) muss unser Hauptaugenmerk darauf sein, Zusammenhalt zu schaffen, während wir die Pandemie hinter uns lassen. Sollte Omikron zu einer Zunahme der Fälle und Restriktionen führen, müssen wir weiterhin auf kreative Weise das Gemeinschaftsgefühl fördern, damit die Jugendlichen spüren, dass man sie kennt, sich um sie kümmert und sie vermisst, wenn sie nicht da sind.

Jüngerschaft geschieht nicht durch Zufall

Für mich war eine der wichtigsten Lehren aus der „Lockdown“-Phase der Jugendarbeit im Jahr 2020, dass Jugendliche sich nicht automatisch selbst zu Jüngern machen, wenn sie hauptsächlich ihren elektronischen Geräten überlassen werden. Schockierend, oder? 

Doch gleichzeitig – und vielleicht sogar noch mehr als früher – scheinen sich junge Menschen nach einer echten Beziehung zu Gott zu sehnen. Sie können wirklich unsere Hilfe dabei gebrauchen, diese aufzubauen. Deshalb ist es viel wichtiger, dass wir uns Zeit nehmen, um durch Lobpreis, Gebet, lebensnahe Bibellehre und vieles mehr Jesus zu begegnen, als Momente des Spaßes zu erzwingen. Tatsächlich steht „Spaß“ weit unten auf der Liste der Dinge, die Jugendliche gerade von uns brauchen. So sehr wir auch dem Wiederaufbau von Gemeinschaft Priorität einräumen wollen und müssen (siehe vorheriger Punkt), dürfen wir nicht zulassen, dass dies die Notwendigkeit, den Glauben wieder aufzubauen, in den Hintergrund drängt oder sogar ersetzt. Beides geht Hand in Hand, und wenn die Restriktionen wieder erheblich zunehmen sollten, darf keines von beidem auf der Strecke bleiben.

Der nächste Sommer ist ein entscheidender Moment für die Jugendarbeit

Natürlich sagt er das, nicht wahr? Ja – ganz ehrlich: Ich leite das Team, das das große Satellites-Jugendevent im August 2022 organisiert. Aber wenn wir nicht davon überzeugt wären, dass Großveranstaltungen wie diese unbedingt notwendig sind, hätten wir dieses Vorhaben schon lange aufgegeben. Wenn man im (kommenden) Sommer einer Freizeit oder einer Reise Priorität einräumt, sei es zu Satellites oder zu einer der vielen anderen großartigen Möglichkeiten, dann werden die beiden vorangegangenen Themen auf tiefgreifende Weise miteinander verbunden: Mehrere Tage als Gruppe zu verbringen und sich auf Jesus zu konzentrieren, wird sowohl die Gemeinschaft als auch die Jüngerschaft fördern. Außerdem hat die ganze Gruppe etwas, das sie planen und auf das sie sich freuen kann. Wir laufen Gefahr, aus dem »Sommer-Event-Rhythmus« herauszufallen, und wenn man bedenkt, wie sehr Festivals wie Soul Survivor eine ganze Generation verändert haben, ist das in der Tat ein sehr beunruhigender Gedanke.

Es kann sein, dass Omikron mehr Komplexität und neue Hürden für die Jugendarbeit schafft, die es zu überwinden gilt. Doch wir dürfen uns nicht davor fürchten, sondern müssen Gott vertrauen und uns einige der wichtigsten Lehren aus diesem bisher so schwierigen Jahrzehnt vor Augen halten. Was auch immer wir planen und wie sehr wir uns auch anpassen müssen, es ist wichtig, dass wir Jugendliche zu einer Gemeinschaft einladen, in der sie dazu gehören, die sie kennt, sie liebt und Jesus in den Mittelpunkt stellt.

Dieser Artikel wurde von Martin Saunders verfasst und zuerst von unseren Freunden bei youthscape.co.uk veröffentlicht, die die christliche Jugendarbeit in Großbritannien fördern. Deutsche Version von Olivia Felber mit Daniel Oesterle.

Martin Saunders ist Director of Innovation und Leiter der Satellites-Arbeit bei Youthscape. Du findest ihn auf Twitter unter @martinsaunders.

Tags: 🌍 Weltgeschehen, ☕ Tipps, 🕊️ Glaube

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