3 Tipps, wie du die psychische Gesundheit von Jugendlichen fördern kannst

3 Tipps, wie du die psychische Gesundheit von Jugendlichen fördern kannst

Dieser Artikel wurde von Hannah Bradley und Dr. Kate Middleton verfasst und zuerst von unseren Freunden bei youthscape.co.uk veröffentlicht, die die christliche Jugendarbeit in Großbritannien fördern. Deutsche Version von Olivia Felber mit Esther Penner und Daniel Oesterle.

Achterbahnen: Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Jedes Auf und Ab, jede Windung und Kurve kann die einen mit einem Hochgefühl und die anderen mit Schrecken erfüllen. Man weiß einfach nie, was als Nächstes kommt! Das letzte Jahr war eine emotionale Achterbahnfahrt, und während einige vielleicht besser damit zurechtkamen als andere, wollen wir jetzt alle gerne aussteigen.

Inhaltsverzeichnis

Warum das seelische Wohlergehen deiner Jugendlichen jetzt besonders wichtig ist

Es war ein psychisch schwer zu verarbeitendes Jahr. Es gab so viel Verlust und Schmerz, aber auch Aufregung und Freude, als Beschränkungen gelockert wurden und das Leben wieder normal zu werden schien. Die Jugendlichen wurden in dieser Achterbahn genauso herumgeschleudert wie alle anderen. Wenn der Lockdown vorbei ist und die normalen Aktivitäten wieder aufgenommen werden, müssen wir als Jugendleiter:innen wissen, wie wir den Jugendlichen am besten helfen können, all das, was gerade passiert ist, zu verarbeiten und sie durch diese Übergangszeit zu begleiten.

Es werden derzeit viele wirklich gute und notwendige Gespräche über die Förderung der mentalen Gesundheit von Jugendlichen geführt, insbesondere im Hinblick auf psychische Erkrankungen. Während psychische Erkrankungen für einige junge Menschen definitiv Realität sind, brauchen viele andere einfach nur Unterstützung im Umgang mit ganz normalen Emotionen und Reaktionen auf ein Jahr, das alles andere als normal war. Beim psychischen Wohlbefinden geht es darum, mit den Höhen und Tiefen des Alltags und den Emotionen und Gefühlen zurechtzukommen, die man tagtäglich erlebt.

Hier sind also drei Tipps, wie du die psychische Gesundheit von Jugendlichen unterstützen kannst:

1. Schaffe Raum für Gespräche

Was auch immer der Kontext deiner Jugendarbeit sein mag, gib den Jugendlichen bewusst die Möglichkeit, darüber zu sprechen, wie sie sich fühlen. Schaffe Räume und Situationen, in denen sie sich sicher und wohl fühlen. Jugendliche scheuen sich oft vor Gesprächen, bei denen sie sich zu sehr im Rampenlicht fühlen, daher sollte die Atmosphäre viel entspannter sein. Versuche es vielleicht mit gedämpfter Beleuchtung, nonverbalen Aktivitäten, Hintergrundmusik, der Gestaltung des Raums als einen Ort zum gemütlichen Abhängen, usw. Überstürze die Gespräche nicht – schaffe Momente der Ruhe und Gelassenheit, in denen die Jugendlichen mit sich selbst und ihren Gefühlen in Verbindung treten können, bevor sie aufgefordert werden, sich mitzuteilen oder ihnen die Möglichkeit zum Gespräch angeboten wird.

Wenn du Gespräche führst, sprich 1:1 mit den Jugendlichen oder in kleinen Gruppen von zwei oder drei Personen. Achte darauf, dass die Jugendlichen in Gruppen mit Menschen sind, mit denen sie sich wohlfühlen. Es wäre vielleicht eine gute Idee, einige Gesprächsinhalte oder Fragen zu planen, aber dennoch darauf zu achten, dass viel Platz zum Plaudern bleibt. Frag sie einfach, was in ihrem Leben vor sich geht und wie sie über die Ereignisse des vergangenen Jahres empfinden. Sei offen mit ihnen und erzähle ihnen von den Dingen, die du als Folge der Pandemie als schwierig empfunden hast und was du getan tust, um durch schwierige Zeiten zu kommen.

Der Umgang mit diesem Wechsel – vom vollständigen Lockdown zu minimalen Einschränkungen – kann für junge Menschen ziemlich überwältigend sein. Es sind viele widersprüchliche Emotionen am Werk.

Wenn du nach Möglichkeiten suchst, wie du Jugendliche durch Challenges und Spiele einbinden kannst oder durch positive Geschichten von Menschen ermutigen kannst, die mit schwierigen Emotionen umgehen müssen, dann schau dir einige Ideen auf beheadstrong.uk (englisch) an.»Headstrong« ist eine Website voller unterhaltsamer Aktivitäten und hilfreicher Ratschläge, die das psychische Wohlbefinden von Jugendlichen unterstützen sollen. Es ist nicht nur eine nützliche Plattform für Jugendleiter:innen. Die Inhalte werden in erster Linie direkt für Jugendliche von einem Team aus christlichen Fachkräften für Jugendarbeit und psychische Gesundheit erstellt. 

2. Gib praktische Ratschläge

Der Umgang mit diesem Wechsel – vom vollständigen Lockdown zu minimalen Einschränkungen – kann für junge Menschen ziemlich überwältigend sein. Es sind viele widersprüchliche Emotionen am Werk. Aufregung über das Wiedersehen mit Freunden; Nervosität über das Wiedertreffen mit Menschen; Freude darüber, das tun zu können, was sie lieben; Traurigkeit über alles, was in diesem Jahr verloren gegangen ist; Hoffnung, mehr Freiheit zu haben und nicht zu Hause bleiben zu müssen; Angst vor der Möglichkeit, sich mit dem Virus anzustecken und es an Freunde/Familie weiterzugeben. Das sind alles ganz normale Emotionen, und es ist wichtig, dass die Jugendlichen das wissen! Allerdings brauchen sie vielleicht ein wenig Hilfe, um zu verstehen, was sie fühlen und wie sie am besten mit diesen Gefühlen umgehen können.

Dr. Kate Middleton, von der Mind and Soul Foundation und dem Headstrong-Programm von Youthscape, hat drei wichtige praktische Hinweise für Jugendleiter:innen, die sie mit ihren Jugendlichen teilen können, wenn sie überwältigt werden und ihre Gefühle außer Kontrolle geraten.

  • Übernimm die Kontrolle! Der Mensch braucht das Gefühl, die Kontrolle zu haben. Das ist Teil unserer DNA und der Lockdown und die Pandemie haben das total durcheinander gebracht. So vieles im Leben besteht aus Situationen, in denen wir vielleicht keine Kontrolle haben. Die Jugendlichen müssen zur Schule gehen. Als Erwachsene müssen wir arbeiten oder uns mit Dingen beschäftigen, die wir oft nicht tun wollen. Daher ist der richtige Umgang mit Momenten, in denen wir die Dinge NICHT ändern können, eine entscheidende Fähigkeit fürs ganze Leben! Wenn sich das Leben chaotisch und verrückt anfühlt, nutze dein Bedürfnis nach Kontrolle, um deine Stimmung zu heben. Versuche, irgendwo wieder Ordnung zu schaffen – vielleicht kannst du eine Schublade aufräumen oder Socken paarweise zusammen tun oder Lego nach Farben sortieren. Oder versuche, etwas fertigzustellen – mache ein Puzzle oder eine Bastelarbeit oder erledige etwas, das du schon seit Ewigkeiten vor dir herschiebst. Oder strebe eine Leistung an – gehe spazieren oder laufen oder mache eine Hausaufgabe fertig, auch wenn du sie noch aufschieben könntest – tu etwas, das dir das Gefühl gibt, ETWAS ERREICHT zu haben! Es wird deine Laune verbessern – und könnte bedeuten, dass du dich dann eher in der Lage fühlst, etwas von dem zu tun, was du tun MUSST – wie zur Schule zu gehen, Prüfungen zu schreiben usw.
  • Endorphine sind deine Freunde! Endorphine sind die Glückshormone des Gehirns, die uns aufmuntern, wenn das Leben hart ist, oder uns helfen zu entspannen und Stress abzubauen.
    • Endorphine werden zum Beispiel ausgeschüttet durch:
      • Bewegung – 30 Minuten oder mehr. Beweg dich so viel, dass du ins Schwitzen kommst. (Tipp: Wenn du dabei einen Kaffee halten kannst, ohne ihn zu verschütten, strengst du dich wahrscheinlich nicht genug an, um Endorphine freizusetzen!)
      • Freunden – Sich zu treffen und zu quatschen ist immer gut. Wenn es sicher (und erlaubt) ist, UMARME die Menschen, die dir am nächsten sind!
  • Strebe nach Freude! Das Buch Nehemia sagt: »Die Freude [am Herrn] ist eure Stärke«. Das Hebräische Wort für Stärke bedeutet, sie ist dein Turm, ein Ort des Schutzes, ein Ort, an den du dich in schwierigen oder stürmischen Zeiten zurückziehen kannst. Zu lernen, was in DIR ein gutes Gefühl, ein Lächeln oder Lachen auslöst, ist wirklich wichtig. Aber in stressigen Zeiten kann das schwieriger sein. Dinge, die früher funktioniert haben, sind vielleicht nicht mehr möglich. Also müssen wir der Freude manchmal bewusst nachjagen. Was funktioniert bei dir? Hier sind ein paar Vorschläge:
    • Menschen sind eine sehr wichtige Quelle der Freude – Lachen, Zeit zum Abhängen oder jemand, der dich einfach wirklich versteht und dich trotz allem liebt
    • Die Natur ist immer da und immer großartig – das Gefühl der Bewunderung, das wir beim Betrachten der Sterne oder eines schönen Sonnenuntergangs oder Ausblicks bekommen, erinnert uns an das große Ganze und hilft Menschen nachweislich, Stress zu bewältigen
    • Bewegung ist großartig, vor allem die Art, zu der du dich nicht zwingen musst – was macht dir Spaß? Ein langer Spaziergang mit einem Freund? Dich auf dein Bike schwingen und einen Hügel runterrasen? Skaten, Rollschuhfahren, Schwimmen oder Bowlen?
    • Das Wichtigste ist jedoch, das SPIELEN nicht zu vergessen! Als Kind tun wir das alle, aber wenn wir älter werden, vergessen wir das oft – jede:r muss irgendwann mal spielen! Was tust du also? Von Gaming über Ballspielen bis hin zu Kartenspielen, Brettspielen oder Frisbee… was funktioniert für dich?

3. Biete weitere Unterstützung an

Nachdem du Gespräche geführt und von deinen Jugendlichen gehört hast, wirst du vielleicht feststellen, dass es ein oder zwei Personen in deiner Jugendgruppe gibt, die deiner Meinung nach von etwas zusätzlicher Unterstützung profitieren würden. Das könnten zum Beispiel 1:1-Mentoring-Treffen sein (natürlich unter Befolgung der Verhaltensregeln und Schutzregelungen deiner Kirche/Organisation), oder du kannst Jugendlichen dazu ermutigen, selbstständig Unterlagen durchzuarbeiten, die das psychische Wohlbefinden fördern und die Belastbarkeit stärken.

Foto von Claire Satera auf Unsplash

Schlagwörter: 🍃 Mental Health, ☕ Tipps, 🌻 Life

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