Bringen wir Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen oder zu verbergen?

Dieser Artikel wurde zuerst von unseren Freunden bei Axis in den USA veröffentlicht, die Eltern dabei unterstützen bessere Beziehungen zu ihren Teenagern zu bauen. Deutsche Version von Daniel Oesterle und Andy Fronius.

Vor kurzem verstarb John Baker, der Gründer von Celebrate Recovery. Seine einzigartige Vision, die Hoffnung des Evangeliums mit der Struktur des 12-Schritte-Programms der Anonymen Alkoholiker zu verbinden, hat Tausenden geholfen, mit ihren Verletzungen, Lastern und Süchten umzugehen. Solche Umgebungen, die Christen dazu ermutigen, »im Licht zu leben« sind wunderbar und absolut notwendig. Wie Paulus in Epheser 5,12-13 schreibt: »Denn was von [den Ungehorsamen] heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht.«

Machen wir unsere Kinder zu Heuchlern?

Vor ein paar Monaten sprachen wir mit einer Mutter darüber, wie sie Sperren auf dem Smartphone ihrer Tochter einrichten kann, als wir die Tochter sagen hörten: »Je strenger die Eltern, desto listiger das Kind«. Wir fragten dann einige andere Eltern, was sie von dieser Maxime dachten, und ob dabei etwas fehlte. Letzten Endes meinte ein Mann, die Frage wäre doch folgende: »Bringst du deinen Jugendlichen bei, ihre Sünden zu bekennen, oder sie zu verbergen?«. In anderen Worten, schaffen wir ein Umfeld, in dem Teens das Gefühl haben, dass es gut und sicher ist, über Sünden und Verfehlungen zu sprechen, oder ein Umfeld, in dem es das Wichtigste ist, nach außen hin anständig zu wirken, und das es so scheinen lässt, als wäre Heimlichtuerei die bessere Option?

»Wenn unsere Jugendlichen nicht erleben, wie wir ihnen Verhaltensweisen wie das Bekennen von Sünden vorleben, wird es auch kein Teil ihres Weltbildes sein.«

Die vergessene Kunst der Beichte

Der Skandal um Ravi Zacharias erinnert uns einmal mehr daran, dass wir als Leib Christi Orte brauchen, an denen es sicher ist, ehrlich und verletzlich zu sein.  Ein Grund dafür ist, dass Sünde am besten im Dunkeln wächst. Das ist doppelt relevant für Jugendliche von heute, deren Enttäuschung über die Kirche wir mit Authentizität und Ehrlichkeit begegnen müssen, und die es – wie wir alle – nötig haben, dass man ihnen geistlich gesundes Verhalten vorlebt. Wenn unsere Jugendlichen nicht erleben, wie wir ihnen Verhaltensweisen wie das Bekennen von Sünden vorleben, wird es auch kein Teil ihres Weltbildes sein.

In diesem Sinne: Hier sind ein paar Fragen zum Diskutieren und Nachdenken.

Beziehungsfragen: Hast du jemanden, zu dem du komplett ehrlich sein kannst? Was macht jemanden zu einer vertrauenswürdigen Person, der man auch tiefgehende Dinge anvertrauen kann? Wie sollten wir reagieren, wenn andere sich uns gegenüber öffnen und verletzlich machen?

Wir freuen uns, über deine Tipps zum Thema. Teile deine Erfahrungen in unserer Facebook-Gruppe für Jugendleiter.

Foto von Marcus P. auf Unsplash

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